Fabian Geier

Derzeit bin ich Professor für Philosophie und Technikkultur an der CODE University of Applied Sciences in Berlin, sowie Privatdozent an der Universität Bamberg, nach Stationen an YaleNUS Singapore, in Bamberg, Princeton, Durham, Warwick, Mannheim, Heidelberg und Würzburg. Generell versuche ich meine Onlinepräsenz minimal zu halten und bin auch der Ansicht, dass Lebensläufe kein öffentliches Gut darstellen.

Philosophisch arbeite ich oft auf dem Fußboden, zwischen den Stühlen verschiedener philosophischer Subdisziplinen und eher auf der Höhe der Schienbeine als der Schultern philosophischer Giganten. Ich bin tendentiell stärker kontinental als angloscholastisch[1] geprägt, denke viel über Subjektivität und Dialektik nach und nenne mich immer dann einen Phänomenologen, Hegelianer oder deutschen Idealisten, wenn kein echter Phänomenologe, Hegelianer oder deutscher Idealist im Raum ist. Ansonsten halte ich mich im allerstrengsten Sinne an die Methodologie und impliziten Hoffnungen der Feyerabendschen Tradition.

Meine philosophischen Schwerpunkte lagen früher in Metaphysik und Geschichte der Philosophie, bewegen sich inzwischen aber im Spannungsfeld von Ethik, Moralpsychologie und Technikphilosophie. Gegenwärtig finalisiere ich eine Monograpie zum Freiheitsbegriff unter Bedingungen der Digitalisierung; zuvor habe ich ein großes (und größtenteils unveröffentlichtes) Projekt zur Ethik selbstreflexiver Motivationen abgeschlossen. Autoren, mit denen ich mich intensiver befasst habe, sind u.a. Kant, Hegel, Wittgenstein, Sartre, Adorno, Thomas, und Aristoteles und zunehmend Platon und Arendt. Ich habe außerdem ein gewisses Maß an indischen und v.a. chinesischen Texten studiert bzw. unterrichtet und generell eher breit und vieles gelesen. Meine Arbeiten sind oft idiosynkratisch und subversiv aus schierem Unvermögen, ich bin skeptisch gegenüber Jargon und anderen Formen des Nichtdenkens, und argumentiere lieber sachbezogen als historisch vermittelt, was mich aber eher zum Anwalt philosophiegeschichtlicher Diversität macht und als zu ihrem analytischen Verächter.

Grundsätzlich freue ich mich immer über intellektuelle Kollaborateure und Gesprächspartner, zur Zeit v.a. zu folgenden Themen:

- Philosophie der Psychologie, psychologische Anthropologie, Emotionen und Identitäten des homo psychologicus (Menschliche Identitäten und Selbstbilder als psychologisch bedingte Mechanismen)

- Philosophiedidaktik und die Rolle von Geisteswissenschaften, Liberal Arts und humanistischer Bildung im "posthumanistischen" Zeitalter (auch, aber nicht nur, angesichts generativer Textproduktionsalgorithmen, aka. "AI chatbots").

- Ethik im Widerspruch von gesellschaftlicher Erwartung, philosophischem Selbstverständnis, und transzendentaler Ausrichtung des praktischen Subjekts auf das Gute.

- Aktivistische und investigative (nicht aber wissenschaftliche) Interessen zu: Freie Software, Regulierung und digitale Souveränität, Demokratie und technische Architekturen insbesondere angesichts intenationaler Einflussnahme.

[1] - (link to China keynote)